Beauty: Kontaktlinsen Erfahrungsbericht

Ich trage seit 13 Jahren Kontaktlinsen. Ganze 13 Jahre schon.

Wenn ihr mal zurückrechnet, kommt ihr auf das zarte Alter von 11 Jahren und ja ihr lest richtig. Mit 11 bekam ich meine ersten Kontaktlinsen. Aber wie kam das? Darf man das überhaupt? Eigentlich nicht, aber es war die letzte Lösung.

Meine Mutter hat -9, sprich: sie sieht kaum was und es war vollkommen klar, dass auch ich unter einer Sehschwäche leiden würde. Angefangen hat das in der Grundschule, wo ich ziemlich bald merkte, dass ich die Dinge schlechter erkannte und meiner Mutter auch nicht vorgauckeln konnte, dass ich nicht kurzsichtig bin (Mutterinstinkt nehme ich an) und zack, bekam ich meine erste Brille verpasst.

Sie war komplett rund (ja, wie bei Harry Potter) und pink. Und sie war schweineteuer. Und es war mir egal, denn ich hasste sie vom ersten Augenblick. Ich war auf meine eigene Art ein eitles Kind und eine Brille fand ich an mir einfach „bäh“! Und deswegen lief meine Kindheit ungefähr so ab: bis zum Schulweg trug ich sie, setzte sie dann ab und erst dann wieder auf, wenn meine Mutter mich sah. In der übrigen Zeit erwies ich mich als Überlebenskünstler und Abguckprofi. Niemand merkte etwas. So lange bis es schief ging.

Mit 11 hatte ich einen wirklich üblen Unfall, wo ich über die Gleise ging, mit Kopfhörern im Ohr und die Bahn die auf mich zuraste an der Haltestelle zu spät bemerkte. Ich habe sie von weitem einfach nicht gesehen.

Nein, das ist kein Scherz. Nichtsahnend ging ich über die Gleise und auch wenn die Bahn bremste, ich landete trotzdem drunter. Könnt ihr euch vorstellen, was für ein Mordsglück ich hatte? Als ich sie bemerkte lief ich weg, aber weil da eine seitliche Absperrung war konnte ich einfach runter von den Gleisen, also lief ich einfach. Als sie mich erfasste und ich mit meinem schmächtigen Körper genau zwischen den Gleisen lag, hatte ich einfach nur Glück, dass kein Körperteil auf dem Gleis selbst landete und mich nur der Teil erfasste, wo sie nicht tief ging, also mich überfuhr nur der Teil, der noch hoch genug war, dass ich grade eben drunterpasste, aber dafür sehr knapp. Sonst hätte ich vermutlich keine meiner Zeilen jemals verfassen können. Es war wirklich ein Trauma (und selbst wenn ich darüber schreibe, fange ich sogar wieder an zu zittern), aber weniger für mich, denn ich kam nur mit ein paar Kratzern davon, sondern eher für meine Mutter. Könnt ihr euch vorstellen, wie das für sie war, als der Rettungsdienst sie anrief und sagte: „Ihre Tochter wurde grade überfahren“? Vermutlich der Alptraum einer jeden Mutter. Ich hatte wirklich unheimliches Glück, doch wie ihr merkt, ich weiche ab.

Aber ich finde ihr solltet wissen, wie ich zu meinen Kontaktlinsen kam, denn von da an stand fest: Wenn ich mich weigere die Brille zu tragen, muss was anderes her und ihr kennt meine Mutter nicht: wenn sie etwas will, bekommt sie es auch. Immer.

Sie ging also direkt am nächsten Tag zum Augenarzt und bestand drauf, dass ich Kontaktlinsen verschrieben bekomme. Der Arzt war anfangs dagegen, aber nach ewigen Diskussionen hat er doch zugestimmt und ich bekam meine Kontaktlinsen unter der Bedingung, dass ich innerhalb einer Stunde sie 3x rein- und wieder raustun kann. Mittlerweile hatte ich eine Stärke von -4 (und das mit 11!). Es hiess also Zähne zusammenbeissen und auf geht’s. Dank der Kontaktlinsen konnte ich diese Stärke übrigens halten :)

Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass ich in den 13 Jahren viele Kontaktlinsen ausprobiert habe, von Tag- und Nachtlinsen, über billige dm-Linsen, über sämtlichen Markenlinsen und kann euch auch die ein oder andere Geschichte über brennende Lösungsmittel erzählen. Das Problem ist, dass meine Augen mit der Zeit sehr empfindlich geworden sind und eine OP für mich n o c h nicht in Frage kommt, weil ich das Ganz noch ausreizen will, denn mir ist bewusst, dass ich zum Einen nicht mehr ewig Kontaktlinsen tragen kann, zum Anderen, wenn ich gute Kontaktlinsen verwende die Zeit, bevor ich meine Augen lasern lasse noch hinauszögern kann, denn bei meiner Mutter ging das einmal schief und sie verlor fast ihr Augenlicht. Das passiert nicht oft, aber es kann passieren und deswegen stehe ich der OP auch so kritisch gegenüber.

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